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Die grosse Liebe 

Jetzt standen wir da unter unserem Baum im Park, dort wo alles begonnen hatte und wo jetzt alles enden würde. Wir standen einander gegenüber, so vertraut und doch so fremd. Hatten wir damals geahnt wie alles kommen würde, hätten wir uns das vorstellen können?

Ich erinnerte mich an diesen regnerischen Sonntagnachmittag, als wir uns zum ersten Mal getroffen hatten. Es fühlte sich an, als wäre es erst gestern gewesen und nicht schon über ein Jahr her.

Es war nicht Liebe auf den ersten Blick gewesen, es war mehr gewesen. Beide hatten sofort gespürt, dass diese Begegnung etwas Besonderes war, das man so etwas nie mehr im Leben fand, der andere jemand Spezielles war.

Ich erinnerte mich an die schönen Erlebnisse danach mit ihm, den Spass den wir zusammen hatten, die Vertraut- und Selbstverständlichkeit mit der wir miteinander umgingen.

Doch so vertraut wir uns waren, so verletzen konnten wir uns, ohne dass wir etwas dagegen unternehmen konnten.

Ich konnte nicht mehr zählen, wie viele Male ich geweint hatte wegen ihm, wie viele Tränen ich vergossen hatte, wie viele Male ich ihn auf den Mond gewünscht hatte und die Sehnsucht mich am Schluss dennoch wieder in seine Arme getrieben hatte, wo ich mich so geborgen fühlte.

Aber nicht nur er war der Schuldige; ich wollte nicht wissen wie oft ich ihn verletzt hatte, wie oft er sich gewünscht hatte, er würde mich nicht kennen und mir am Ende doch wieder verziehen hatte, mich in seine Arme gelassen hatte.

Wie wir wieder schöne Stunden miteinander verbrachten, bis zum nächsten Streit, der mit Tränen und Entschuldigungen endete.

Doch trotz der Streits gab es keinen Mann, keinen der mich besser kannte, dem ich alles erzählen konnte, der mich verstand, der mir so vertraut war, mit dem ich mich blind verstand, als er.

Ich sah in sein Gesicht. An seinem Gesichtsausdruck sah ich, dass er an dasselbe dachte, sich dasselbe fragte.

„Wieso?“ Meine Stimme war nur ein Flüstern.

Er verzog das Gesicht zu einer Grimasse, sah zum Himmel, an dem die Sterne leuchteten.

Die Antwort blieb er mir schuldig, doch ich kannte sie auch sonst. Er wusste genau so wenig wie ich, was der Grund war, der uns immer wieder aufeinander los gehen lies, uns dazu verleitete, den denn wir am meisten liebten, zu verletzen.

Ich spürte, dass der Abschied näher rückte, dass es nicht mehr lange dauerte, bis er für immer ging, mich hier alleine lies.

Obwohl ich wusste, dass es keinen Sinn hatte und ich verstand, dass es anders nicht mehr ging, es für beide das Beste war, sah ich ihn flehend an: „Bitte geh nicht! Gib uns beiden noch eine letzte Chance, vielleicht schaffen wir es dieses Mal!“

Er lachte bitter auf und schüttelte traurig den Kopf: „Wieso sollte es jetzt klappen? Wieso, wenn es vorher ein dutzend Mal nicht geklappt hat? Wenn wir uns trotzdem wieder angegriffen und gestritten haben? Sag mir wieso?“

Er sah mir tief in die Augen, ich wusste, dass der Abschied nicht mehr heraus zu zögern war.

„Ich liebe dich und ich werde dich immer lieben, egal wohin mich der Wind träg und ich gerade bin! Ich werde dich nicht vergessen, werde die gute Zeit immer tief in mir tragen, die Erinnerung in der hintersten Ecke meines Herzens aufbewahren! Du bist meine grosse Liebe!“

Ein letztes Mal küsste er mich. Dann drehte er sich schnell um und lief in die Dunkelheit.

Mein Herz drohte zu zerspringen, alles in mir schrie danach, ihm zu folgen, in zu bitten zu bleiben, ihm zu sagen, dass ich ohne ihn nicht leben konnte. Doch ich blieb wo ich war, starrte ihm nach, lies ihn gehen.

Ein letztes Mal drehte er sich um und auch wenn sein Gesicht im Schatten lag, konnte ich seinen gequälten Gesichtsausdruck erahnen, wusste wie er sich fühlte.

Dann verschluckte ihn die Dunkelheit.

Ich wusste, ich würde ihn nie wieder sehen.

Eine einsame Träne rann meine Wange hinab, es würde die Letzte sein, die ich seinetwegen weinte, dieser Abschied war das Beste für ihn, für mich, für uns.

Meine Grossmutter hatte recht behalten: Mit der grossen Liebe wurde man nicht glücklich…




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