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Traum oder Realität

Auf einmal stand er einfach vor ihr, sie erkannte ihn sofort. Wie lange hatte sie jetzt nichts mehr von ihm gehört? Nebst ihrer Freude kroch eine Wut in ihr hoch. Was bildete er sich ein? 
„Warte hier!“, herrschte sie ihn an und zeigte ihm an, neben ihren Bodyguard zu stehen.
Er tat wie geheissen und stellte sich unsicher neben den muskulösen, grossen Mann, der auf den ersten Blick nicht gerade freundlich aussah. Svenja hatte aber schnell gemerkt, dass das alles nur Show war, wie alles in diesem Geschäft, er musste das aber nicht unbedingt wissen. 
Sie verteile weiter Autogramme, lachte und posierte für Fotos. Mit den Gedanken war sie aber bei ihm.
Endlich war die Autogrammstunde zu Ende. Svenja packte Mike kurzerhand am Arm und zog ihn mit sich. Als sie in der Garderobe waren, hielt sie es nicht mehr aus: „Was fällt dir ein einfach so aufzutauchen, nach dem du dich ewig nicht mehr gemeldet hast? Als du mich einfach so hast hängen lassen und ich keine Ahnung hatte, was du eigentlich so machst? Ich habe mir immer deine Probleme angehört, habe versucht dir zu helfen und habe dabei immer gedacht, mein Leben sei total langweilig. Und als ich dann Probleme hatte, nicht alles nach Plan lief und gerne mit jemandem darüber geredet hätte, warst du weg.“ 
Jetzt hatte ihre Wut und Enttäuschung Oberhand und sie liess ihnen freie Fahrt.
Mike sah schuldbewusst zu Boden und wusste wohl im ersten Moment nicht was sagen. 
Schliesslich holte er tief Luft und fing an zu sprechen: „Es tut mir Leid! Und das meine ich wirklich ernst! Ich war damals ziemlich egoistisch. Ich habe einige schlechte Erfahrungen gemacht und gedacht, du seiest wie diese Personen. Ich habe mich geirrt. Und das bereue ich zu tiefste, weil es niemand gab, mit dem ich mich besser unterhalten konnte als mit dir.“
Er sah sie entschuldigen an und ihre Wut verrauchte langsam wieder. Sie fing sich an zu freuen, ihn zu sehen. Sie hatte sich immer vorgestellt, wie es sein würde, wenn sie sich das erste Mal gegenüber stehen würden. Aber dass es so war, hätte sie nie gedacht. 
Svenja konnte nicht anders, von Glücksgefühlen überrollt, lies sie auch diesen freien Lauf und umarmte Mike stürmisch.
Er drückte sie fest an sich. 
Als sie sich wieder von ihm löste, sah er sie fast etwas schüchtern an.
„Erinnerst du dich noch an mein Versprechen?“ 
Sein Versprechen: Wie hätte sie das vergessen können?
Sie nickte nur, gespannt was jetzt kam. 
„Hast du heute Abend frei? Ich zeige dir meine Stadt!“


Der Lärm um sie herum wurde lauter. Benommen sah Svenja auf und setzte sich richtig hin. 
Sie hatte wieder von ihm geträumt, wie schon so oft in letzter Zeit.
„Bist du soweit? In fünf Minuten geht es los.“ 
Die Frage kam von einem Assistent, der ihre Antwort aber nicht abwartete, sonder weiterflitzte.
Sie schüttelte den Kopf und schaute sich um. Wie immer in den letzten paar Minuten vor ihrem Auftritt, ging es zu und her wie in einem Bienenstock. 
Mit den Gedanken immer noch im Traum, versuchte sie in die Wirklichkeit zurück zu kommen.
Wieso träumte sie in letzter Zeit immer von Mike? Sie hatte ja schon seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm, da er sich auf einmal einfach nicht mehr gemeldet hatte. 
Dabei hatten sie damals fast jeden Tag miteinander gechattet und hatten einander aus ihrem Leben erzählt, wobei seines spannender gewesen war als ihres.
Nur persönlich kennengelernt hatte sie ihn nie, obwohl er ihr einmal versprochen hatte, ihr seine Stadt zu zeigen. 
Aber eben, es war alles anders gekommen, auf einmal war er nicht mehr so viel on gewesen, hatte auf keine Mail und keine SMS mehr reagiert und schliesslich hatte sie es aufgegeben.
Sie hatte gemerkt, dass auch ihr Leben interessant war, hatte erfahren, dass es auch alles andere als einfach sein konnte und sich nur im Geheimen manchmal gewünscht, er würde doch wieder einmal etwas von sich hören lassen. 
Mittlerweile war sie eine berühmte Sängerin und ihn schon vergessen gehabt, bis diese Träume kamen.
Sie waren immer alle ähnlich, er tauchte an einer Autogrammstunde oder sonst einem öffentlichen Auftritt auf, entschuldigte sich und lud sie ein, ihr seine Stadt zu zeigen. Und an dieser Stelle wachte sie immer auf. 
Ein anderer Assistent tauchte neben ihr auf: „Bist du bereit? Gleich geht’s los.“
Svenja nickte nur, atmete noch einmal tief durch und legte dann ihr schönstes Lachen auf. Dies war wichtig, nur so glaubten einem die Leute und vor allem die Presse, dass es einem gut ging. Sonst konnte man am nächsten Tag irgendwo, irgendwelche Gerüchte über einem nachlesen. Dass hatte sie schnell gemerkt. 
Jemand öffnete die Türe, hinter der man lautes Rufen und Jubeln hörte. Dieses wurde sofort lauter, als sie hindurch ging und ins Scheinwerferlicht trat.
Ihre Augen wanderten sofort über die Menge und suchten nach ihm, eine Angewohnheit, die sie angefangen hatte, nach ihrem ersten Traum. 
Doch auch dieses Mal hatte ihr Suchen keinen Erfolg, sie entdeckte ihn nirgends.
Mit dem Lachen auf ihren Lippen überspielte sie die Enttäuschung und schnappte sich das Mikro: „Guten Tag zusammen. Geht es euch gut?“ 
Die Menge, die sich etwas beruhigt hatte, jubelte nun wieder und sie musste einen Moment warten, ehe sie weiter sprechen konnte.
„Bevor die Autogrammstunde beginnt, werde ich mit meinem Gitarristen zusammen mein neuster Song spielen. Ich hoffe, er gefällt euch.“ 
Sie nickte ihrem Gitarristen zu und dieser spielte die ersten Akkorde, in die sie nach einigen Takten einstimmte.
Das Publikum sang und wippte mit und für einen Moment konnte sie alles vergessen und ihr Lachen war für einige Minuten echt. Es war immer ein besonderes Gefühl auf der Bühne zu stehen und sie genoss es in vollen Zügen. 
Anschliessend beim Autogramme geben, ging es wieder hektisch zu und her, jeder wollte unbedingt als erster eines und es wurde gedrängelt und geschubst.
Svenja war froh einen Tisch zwischen sich und den Fans zu haben. 
„Hey Svenja!“
Sie erkannte diese Stimme sofort, obwohl es Jahre her war, als sie sie zum letzten Mal gehört hatte. 
Sie blickte auf und sah in ein paar wunderschöne, blaue Augen, die freundlich lächelten, und die sie auf vielen Fotos schon gesehen hatte.
Für einen Augenblick vergass sie zu atmen und sie starrte ihn einfach nur an. 
Danach klopfte ihr Herz doppelt so schnell wie sonst, so dass er es auch hören musste.
„Ich habe noch ein Versprechen einzulösen. Wie wäre es, wenn ich dir heute Abend meine Stadt zeige?“ 
Er lächelte sie schüchtern an.
Passierte das jetzt wirklich oder träumte sie immer noch…? 




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